Ferien ohne Internet. Zufällig bin ich drüber gestolpert, dass Facebook die Kampagne von Schweiztourismus gestoppt hat, bevor ich sie gesehen hab. Aber eins nach dem anderen:
Schweiztourismus beauftragt eine Werbeagentur mit einer Social Media Kampagne “Ferien ohne Internet und Mobileempfang”. Die Idee finde ich klasse. Die Agentur setzt auf einen Wettbewerb in Facebook (hier ohne Link, weils die Wettbewerbsseite nicht mehr gibt), eine Microsite und einen witzigen Teaserfilm. Bereits nach 3 Tagen macht aber Facebook dem Wettbewerb ein Ende. Der Aufschrei bleibt relativ klein.
Meine ungebetenen Gedanken dazu:
Zuerst schaue ich, was macht die Agentur draus?
Ich finde eine Medienmitteilung mit der Ankündigung der Kampagne, und in Twitter genau einen Tweet über die Abschaltung der Seite. Keine weitere Meldung zum Abschalten des Wettbewerbs seitens Agentur, aber in persönlich ein Artikel, der wird ein paar mal in Twitter erwähnt wird.
Was macht der Auftraggeber Schweiztourismus draus?
Die Microsite zeigt einen Hinweis, dass Facebook “abgeschaltet hat” und evtl. etwas gegen die Botschaft der Kampagne haben könnte. Der Link zum Teaservideo führt am Ende des (wie ich finde gelungenen) Videos zur Fehlermeldung.

Dann frage ich mich, was würde ich als Kommunikationsverantwortliche bei Schweiztourismus jetzt machen?
Zuerstmal, jedem kann sowas passieren, in den Facebook Bedingungen ist schnell mal etwas übersehen. (weshalb ich einfach Thomas, bei dem ich natürlich einen aktuellen Beitrag zum Thema Gewinnspiele finde, oder Sam vorher gefragt hätte
Eine Social Media Kampagne braucht möglichst eine bestehende Community, darum ist es gut, diese im Vorfeld aufzubauen. Das hat Schweiztourismus in My Switzerland prima gemacht. In Twitter auch, obwohl ich wohl mehr Leuten zurückfolgen würde. Es heisst ja MY Switzerland, da wär ich traurig, wenn ich als potenzieller Kunde (ME) nicht interessant genug zum Folgen wäre.
Evtl. würde ich zusätzlich den Account Schweiztourismus reservieren und den Hinweis auf den genutzten Twittername MySwitzerland geben. Wie das Brack macht.
In Twitter gibt es von Schweiztourismus als Absender selbst nur einen Tweet zum Thema Wettbewerb bzw. abgeschalteter Wettbewerb.
Der Suchbegriff (Hashtag #Schweiztourismus), den andere Leute in Twitter dazu verwenden, wird hier ignoriert. Obwohl es mit #Schweiztourismus mehr Beiträge gibt (evtl. hat dies das Monitoring übersehen) wird #ferienohneinternet benutzt. In der Praxis (besonders bei ungeplanten Situationen) nutze ich neben dem Monitoringtool oft auch die manuelle Suche, um zu sehen, wen bewegt das Thema und höre/lese auch sonst, was so geschrieben wird. Dabei bekomme ich oft gute Impulse.
Twitter wäre für mich eine schöne Spielwiese gewesen,
- das Maleur kommunikatorisch zu begleiten
- die Leute einzubinden
- zur Diskussion aufzurufen
- Zwischeninfos zu geben
- um Tipps zu bitten
- oder auch einfach das Video zu posten
in einer neuen Version (das Ende neu gestalten) mit einem anderen Call-to-action-Link (die Leute sollen etwas tun) am Ende, zum Beispiel (Meine Ideenfragmente) Die beiden Bauern schauen sich an und haben keine Ahnung, warum der connect zu Facebook nicht funktioniert und laden kurzerhand auf ihren Bauernhof, oder zu einer spontanen Facebook-Pause ein, oder als Alternative erstmal zur Facebook Fan Page. 
Dort entdecke ich ungenutztes Kommunikationspotenzial, der letzte Eintrag liegt 10 Tage zurück. Hier würde ich auf den Wettbewerb und das Maleur mit dem Abschalten zumindest hinweisen. Es geht doch um den Dialog mit den Fans, ums Informieren oder gar Zuspruch bekommen. Spätestens jetzt würde ich anstelle der Verantwortlichen bei Schweiztourismus über einen eigenen Blog nachdenken. Dieser könnte parallel zu Facebook eine “eigene” Kommunikationsplattform sein, wo alle Informationen zusammen kommen und vielleicht sogar Tweets, Facebook und sonstige Social Media Aktivitäten abbilden. Die Situation wär ein guter Grund, einen Blog zu starten und umzumünzen in Dialog. Allerdings bedeutet das natürlich auch viel Aufwand, der evtl. vorher nicht budgetiert war.
Ich erhebe nicht den Anspruch, alles richtig zu machen in so einer schwierigen Kommunikationssituation, aber überhaupt etwas zu tun als PR, das schon.
Wenn jemand von Euch weitere Ideen, oder Ergänzungen, Korrekturen hat, gerne her damit. Und Ferien ohne Internet mach ich übrigens regelmässig, vorallem ohne Facebook.















