Ab mit alten Presse-Zöpfen, good bye .ch

Schon lange frag ich mich „Was ist das Konzept“ hinter jeder (nicht mehr) neuen Gratiszeitung, wie .ch. Wie kommt man auf die Idee, mit einem „me-too-Produkt“ Geld verdienen zu können, wenn mans nicht „günstiger“ als der Wettbewerb machen kann und dazu mit der gleichen Schlagzeilen-Schlacht.

Oder gings drum, dass sowieso niemand für eine Zeitung (also den Inhalt) bezahlen will, bzw. noch nie jemand für den Inhalt bezahlt hat, wie mir kürzlich durch Clay Shirky im Handelsblatt klar wurde?
Ist die Antwort, „ok, dann eben gratis“? Beim Nachdenken merkt man schnell, dass Leser inzwischen aufgrund des Online-Verhaltens wählen, was sie lesen und längst nicht mehr die Treue eines 80jährigen Ehepaars aufbringen.

Also nehmen die Leute morgens irgendein Heft.
– Weils gratis und einfach ist?
– Aus Gewohnheit?
– Aus Langerweile?
– weil die S-Bahn noch nicht online ist?

Gelegentlich sehe ich klägliche Versuche, mit imagebewahrendem Lächeln die news statt die 20minuten zu nehmen. Karsten Füllhas schrieb schon vor 1.5 Jahren über den Unsinn.

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Nun ist das Entsetzen gross, dass es nicht aufging. Nicht nur bei .ch. Das Wall Street Journal visualisierte kürzlich das Desaster der Presse. Wieso lässt ein Verlag nicht einfach die Blog-Kultur seiner Leser zu? Warum darf ich immer“nur“ kommentieren.

Die Blogs zum Welt-Geschehen spriesen daneben wie Pilze aus dem Boden und manche werden zu Star-Publizisten, weils die Leser entscheiden. Leute schreiben für Leute nicht mehr nur für die mit ähnlichen Ansichten. Das können auch Journalisten, wie Malte Welding, eben nur nicht für Geld. Das ist für den Berufsstand und die PR-Leute eine Katastrophe aber nun mal Realität. Versuchts doch mal mit dem runden Tisch als Info-Plattform (auch Collaboration genannt). Moderieren nennts Peter Sennhauser bei medienlese.ch so treffend.

Wir sollten ohnehin lernen, auf äussere Umstände mit Flexibilität zu reagieren statt starr an alten Zöpfen zu hängen. Eine grosse Aufgabe, zugegeben, lohnt sich aber.

zum Originalpost

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Über su

Denkt, hört, lernt, kommuniziert, macht Fehler. Und dann noch Online Kommunikationsberaterin (schönes Wort), Dozentin, Yoga, KTM
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