Ich stehe am Bahnhof und sehe dem Bus hinterher, der seine Reise ohne mich antritt, zum dritten mal. Der Fahrer wartet nicht, bis alle vom Gleis am Bus ankommen. Prima, 1 Stunde Wartezeit: Mein Daumen bereits am Abzug. Nicht eine Waffe im herkömmlichen Sinn. Als Pazifist bevorzuge ich das Handy/Internet mit seiner scheinbaren verbalen Gewaltfreiheit. Twittern will ich es der Welt. Denn ich kann es nichtmal dem Bahnhofsvorsteher erzählen, diesen gibt es hier nicht mehr.

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Moment mal. Am Fahrplan steht eine Telefonnummer. Ich wähle sie und bekomme von einer freundlichen Frau Verständnis, sie will sogar prüfen, ob der Fahrplan im Stundentakt Sinn macht an solch einem ländlichen Knotenpunkt. Ich habe mich fürs richtige Medium entschieden, denn dieser Verkehrsbetrieb ist noch nicht via Twitter erreichbar und bemerke:

Social Media ist längst nicht dort, wo wir es hin-loben.

Social Media soll die Komminikation zwischen Menschen fördern. Während ich auf den nächsten Bus warte, lese ich manchen Post: Jemand macht einen Fehler und jemand bloggt darüber, obwohl man sich kennt. Der Angeprangerte hat oft keine Möglichkeit, sich zu erklären. Weil er es nicht mal sieht.

Wenn der vermeintliche Empfänger noch nicht monitored oder keinen Account hat. „selber schuld!“ ? Das ist der einfachste Weg, die Nichtreaktion der Betroffenen abzutun. In Wahrheit trägt der Eintrag nicht wirklich zur Kommunikation MIT dem Betroffenen bei sondern ÜBER ihn. Er oder sie werden „gezwungen“ sich dem zu stellen.

„Social Media ist nichts anderes als eine moderne Form menschlichen Handelns.“ Zitat von Electrouncle im Post über social Banking.

Wir befinden uns in einer Art Übergangsphase und haben die Aufgabe, Ufer zu verbinden, statt zu trennen. Kommunikationsbarrieren sind natürlich und es lohnt sich zu überlegen, wie erreiche ich tatsächlich andere Menschen und eine Verbesserung. Wenn es ein Post ist, kann ein E-Mail mit Link an die betreffende Person oder Firma helfen. So überbrücke ich einen Medien-Bruch und verhelfe dem Web zu seinem neuen Namen. „Social“. Denn daran übt das Web (der Bus 😉 bzw. die Menschen noch.

Ich wünsche mir, dass wir, die für Social Media plädieren, es vorantreiben wollen, dies sozial tun. Denn wir prägen die Etikette dieser neuen Kommunikation. Vorgelebtes wird später kopiert. Stellt Euch vor, wir könnten in 5 Jahren nur noch via Facebook Kritik erfahren, weil es sich heute einfach so einschleicht. Wenn dieser Bus voller Vorreiter jetzt „unsozial“ davon fährt, holen wir ihn nicht mehr ein.

zum Originalpost mit Kommentaren

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Über su

Denkt, hört, lernt, kommuniziert, macht Fehler. Und dann noch Online Kommunikationsberaterin (schönes Wort), Dozentin, Yoga, KTM
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