Kann PR zu persönlich sein

Manche meiner PR-Kollegen sagten noch vor zwei Jahren:

  • Im Internet legen sich die Leute eine zweite, oft unechte, Identität zu.
  • In Internet-Foren wird Unwahres und Unnützes diskutiert.
  • Blogger sind Privatpersonen, die wir nicht mit Infos bedienen

(Ich erspare hier den Wahrheits-Vergleich zu klassischen Medien, Felix Weickmann hat das 2002 gemacht ‚als erstes stirbt die Wahrheit‚). PR bedeutete bisher Press-Relations und die Konzepte aus dem Schulbuch waren mehr oder weniger erfolgreich. Letze Woche sagte mir eine Berufskollegin:

  • Deine PR 2.0 ist klasse, aber
  • Das ist mir zu persönlich, was Du von Dir preis gibst.
  • Ich schreibe nur über Geschäftliches.
  • Facebook ist privat für mich.

Merkt Ihr den Unterschied? Erst „zu unehrlich“ dann „zu ehrlich“.
Nun, wie hätten’s denn gerne? Unternehmenskommunikation, deren Erfolg ausschliesslich vom Netzwerk mit Journalisten abhängt? ODER Eine ehrliche direkte Kommunikation mit Menschen, die unsere Produkte nutzen, kritisieren, mögen oder so jemanden kennen (Beispiele) ? Sie schreiben darüber in Twitter oder Facebook mit ihrer wahren Identität, mit Foto und richtigem Namen.

Sollen wir Ihnen nur mit Logo und geschäftlichen Aussagen gegenübertreten? Ich meine Nein.

PR kommuniziert mit allen.jpg

Ich verstehe, dass es als Pressesprecher nicht leicht ist, hinter dem Bildschirm und abgesegneten PR-Texten hervorzutreten. Ja sogar mit der ganzen Persönlichkeit einen öffentlichen Dialog zu führen.Vom Sprecher zum Kommunikator zu werden. Erfolgreich tut dies zum Beispiel: Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google, als @frischkopp und auch von mir wissen die Leute heute mehr als noch vor zwei Jahren. Menschen, die sich an unserer PR beteiligen (in welcher Form auch immer) verdienen einen persönlichen (bekannten) Gesprächspartner.

PR ist von (meist) Press Relations zur Public Relations geworden. Und dazu brauchen wir neben der Stimme auch Ohren, Augen, Mund und Herz. Wieviel ein Kommunikator von sich präsentiert, entscheidet jeder selbst, aber ohne geht es nicht.

Eine Inspiration, wer mit der neuen PR beginnen mag, ist die Präsi von Mirko Lange und Nils‘ Aufruf zum Monitoring als Ergänzung zur bekannten Medienbeobachtung

PS: Die Aussage meines Text-Coaches „PR-Texte sind Texte für Massenkommunikation“ möchte ich hiermit auch relativieren. Diese war der eigentliche Impuls für den Post.

Zum Originalpost mit Kommentaren

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Über su

Denkt, hört, lernt, kommuniziert, macht Fehler. Und dann noch Online Kommunikationsberaterin (schönes Wort), Dozentin, Yoga, KTM
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