Social Media kann zaubern – erfolgreiche PR ohne Journalisten

solche Aussagen erinnern mich an den „alten Sende-Mechanismus“ der PR. Auch bei Namics diskutieren wir gelegentlich über den Wert der sogenannten klassischen Public Relations. Warum Fach-Medien, wenn doch mit Social Media so viel geht? Meine Idee von Social Media in der PR ist anders.

PR 2.0:

Oft bemühe ich den Satz: Public Relations ist endlich public und nicht mehr nur Press Relations. (die Quelle kenne ich leider nicht, sorry) Public meint alle Menschen. Punkt. Besonders, wenn sie öffentlich über Unternehmen, Marken, Produkte etc. diskutieren oder könnten. Bedenke ich die vielen Blogs, Plattformen und Netzwerke, ist die Gruppe der potenziellen Kommunikationspartner sehr (!) gross geworden. Doch die Rollen der Akteure wechseln und wir sollten diese Tatsache in der Praxis nicht übersehen. Ein Mensch kann sein:

Morgens Mitarbeiter
mittags Blogger
abends Freund
heimlich „Feind“
teilzeit Kunde
immer Wettbewerber
Feierabend Journalist .. und noch mehr.

Die früher definierten Bezugsgruppen und deren Wichtigkeit für die Unternehmenskommunikation sind passé. Wir PR-Leute tauschen uns „nur noch“ mit Menschen aus. Wir geben Informationen, bekommen sie und vermitteln. (übrigens eine schlaue Überlegung von M.C.Schindler: wo gehört die Stelle hin im Unternehmen)

PR 2.0 ohne Journalisten?

Für mich ein klares NEIN. Ein bisschen mehr Auf-die-Brusttrommeln, Zielgruppen ausschliessen und Kommunikationserfolge in Visits berechnen – Auch das gehört für mich in die alte PR „senden statt kommunizieren“ und ist keine Web 2.0 Kultur „Lars Hinrichs, erreichte mit einem Tweet und E-Mailing 100’000 Visits… Er verzichtete auf kostspielige klassische PR Massnahmen“.

Aja? Was sind die kostspieligen PR Massnahmen, frage ich?
Eine Medienmitteilung (oder klassische Agentur, die die Pressekontakte pflegt) ist weit günstiger, als eine Person für die Beziehungspflege im Social Media.

Sind Journalisten nicht public? Was ist mit den vielen Menschen, die im Zug oder sonstwo Zeitungen lesen? Was ist mit Journalisten, die twittern, bloggen UND für ein Fachmagazin schreiben. Haben diese es plötzlich nicht mehr verdient, in unsere public Definition zu gehören? Selbstverständlich schätze ich Social Media sehr in der PR. Bitte versteht mich nicht falsch.

Aber ich wünsche mir, das besonders PR-Fachleute ein gutes Handwerk pflegen statt zaubern zu wollen. PR 2.0 kommuniziert mit den Menschen in den Medien, die die Leute selbst wählen und macht keine Unterschiede zwischen beruflichen Rollen, wie Blogger, Journalist etc. Am Ende können sich doch alle wieder am Dialog beteiligen. (Und dabei möchte ich keinen verärgerten Journalist haben….) Nur mal zum Nachdenken.

dilbert.png

Bildquelle

zum Originalpost mit Kommentaren

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Über su

Denkt, hört, lernt, kommuniziert, macht Fehler. Und dann noch Online Kommunikationsberaterin (schönes Wort), Dozentin, Yoga, KTM
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