Ein Newsroom zu Mittag bitte

Leumund hat in den neuen Newsroom von Ringier geladen und viele sind gefolgt. So verbrachte ich heute meine Mittagspause mal nicht beim Inder sondern bei Ringier mit anderen Bloggern wie @leumund @Ursbucher (Nachtrag: dem Urs sein Post), @Kusito, @Rolandgreber, @Schnitzel (Michael) @Pixelfreund, @DominikMoser, @avongunten, @karinfriedli @mschaer @RaGl @haertlein Ooniboni und vielen mehr. Da Produkte aus dem Hause Ringier nicht zu meiner täglichen Lektüre gehören, sorry, auch nicht heimlich 😉 war mir anfangs nicht ganz klar, warum ich das tue.

Ich sollte nicht nur wegen den Twitterern dort hin gehen, sondern weil ich auch etwas über journalistische Praxis lernen würde. Zum Beispiel, dass ein Newsroom in einem Verlag ein physischer Raum ist und nicht wie im neudeutschen PR Jargon ein virtueller Platz für Social Media Aktivitäten.
Edi Estermann Der schnittige Kommunikationschef Edi Estermann empfing uns mit einer guten Powerpoint-Story. Wieso sich Ringier für einen 2.5 Millionen Anbau entschied. Natürlich nicht nur um anschliessend einen Raum, namens „Brugg“ (die Brücke) zu haben. Es ist in der Tat eine Brücke, eine Art Kommandozentrale, die es den rund 200 Leuten ermöglicht, dem neuen journalistischen Anspruch zu genügen. Anscheinend ist es sogar ein Superlativ. Das will ich hoffen bei dem ausgegebenen Geld, obwohl das ja „nur“ einem Einfamilienhaus in Zürich enspricht 😉

Die Journis arbeiten jetzt auch medienübergreifend und effizienter, glaub. Viel spannender fand ich aber die Art der Zusammenarbeit, die sich nicht der Räumlichkeit anpasst sonders andersrum. Hier könnten sich Unternehmen einiges abkucken.

Impulse, die ich für Grossraumbüros bekommen hab, sind ebenso genial wie banal:

– alle stellen das Telefon auf die leiseste Stufe
– rotierende Arbeitsplätze funktionieren nur bedingt, aber wohl Projektbezogen
– kurze Wege sind wertvoll
– internationale News werden zentral an die Wand gebeamt und ersparen, diese am eigenen Bildschirm zu checken
– Journalisten lernen „statt nur zu be-schreiben“ auch spontan zu filmen
– jeder Journalist kann mindestens 2 Channels (bspw. print und online) bedienen Tickerwand
Ich erkenne Blogger-ähnliche Eigenschaften, die auch von Journalisten gefordert sind.

Für einen Platz an der sogenannten Banane,ein Tisch wo alle Chefredaktoren nebeneinander sitzen, gaben sie ihr eigenes luxuriöses Einzelbüro auf. Überhaupt fallen mir Hierachiedenken auf, die sich in der Sprache niederschlägt. Macht ist nun mal ein Thema wenn wir über Medien reden. So gibt es auch für Mr. Chefredaktor (nur für jene) eine Art Launch, (Nachtrag: lounge, Su) wo man(n) sich zurück ziehen kann. Chic und nett, mit süddeutscher Qualität auf dem Tisch. (#ilike)

Süddeutsche

Süddeutsche

Gestaunt hab ich über die Offenheit, mit der Chris Öhlund über die Preisverhandlungen mit Apple sprach, die er für eine news-app gerade führt. FilmstudioMein persönliches räumliches Highligt war das hauseigene Filmstudio. Ob man das mieten kann?

Leumund bei Ringier

Leumund bei Ringier


Herzlichen Dank Herrn Estermann und Christian (aka Leumund) für die Ein-ladung und Ein-blick.ch

PS: Die Bilder von Michael sind hier.

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Über su

Denkt, hört, lernt, kommuniziert, macht Fehler. Und dann noch Online Kommunikationsberaterin (schönes Wort), Dozentin, Yoga, KTM
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9 Antworten zu Ein Newsroom zu Mittag bitte

  1. Milos schreibt:

    Wie es scheint hattet Ihr grossen Spass. Freut mich! Ich konnte leider, leider nicht teilnehmen obwohl ich sagen muss dass mich das Umfeld echt auch interessiert hätte. Aber hey… hier in Schweden ist es auch verdammt cool! 😉 Liebe Grüsse

  2. Pingback: Der Newsroom muss in den Köpfen der Journalisten passieren « I have the simplest tastes. I am always satisfied with the best.

  3. Christian Leu schreibt:

    Vielen Dank für deinen Bericht und das zusammentragen fast aller Twitternames der Teilnehmer. Ich war leider noch nicht in der Lage was zu schreiben. Ist aber auch kaum mehr nötig jetzt. 🙂

  4. sufranke schreibt:

    Lieber Leumund, hab noch nicht alle erwischt. @jcfrick fehlt noch und einige, deren Twitter-Namen ich (noch) nicht kenne.

  5. Xaver Inglin schreibt:

    – alle stellen das Telefon auf die leiseste Stufe
    >> wow

    – rotierende Arbeitsplätze funktionieren nur bedingt, aber wohl Projektbezogen
    >> hat nix mit Grossraumbüro zu tun oder?

    – kurze Wege sind wertvoll
    >> habe lieber gezielte Verwendung unterschiedlicher Kanäle ,, kurze Wege können auch störend sein.

    – internationale News werden zentral an die Wand gebeamt und ersparen, diese am eigenen Bildschirm zu checken
    >> ich hab mindestens 2 Bilschirme im Blickfeld ,, zentrale Videowand finde ich übertrieben – vielleicht eine gemeinsame Homepage für das Wichtigste?! – wär doch echt innovativ 😉

    – Journalisten lernen „statt nur zu be-schreiben“ auch spontan zu filmen
    >> ja, Video transportiert sicher mehr und besser als Text – und schreiben ist ja auch schwieriger als die Kamera draufhalten.

    – jeder Journalist kann mindestens 2 Channels (bspw. print und online) bedienen
    >> .. hmm ,, kann ich das auch?

    • sufranke schreibt:

      Danke Dir für die kritische Hinterfragung. Natürlich weiss ich auch, dass das nicht nur Grossraum-Ideen sind. Aber bei mir ist halt das am stärksten hängen geblieben. Aus dem frischen Eindruck heraus hab ichs aufgeschrieben und dabei ein wenig an Logik eingebüsst. Das erlaub ich mir gern auf meinem Blog 😉 zum Glück bin ich ja kein Journi.

  6. Xaver Inglin schreibt:

    und noch dies …

    Brücke, Kommandozentrale – das passt nicht zu Journalismus sondern eher zur Dingen wie „einen Angriff führen“. Wenn man an sich an Sensationen und Schlagzeilen orientiert ist so ein Setting wohl geeignet – insofern könnte man sagen: well done.

    Ich vermeide nach Möglichkeit solche Settings. Gezielter Ausstausch unter vier und mehr Augen bringt mehr als Dauerpräsenz in einem rauschenden, künstlich akiven Umfeld welches die Effizent negativ beeinflusst.

  7. sufranke schreibt:

    Roli hat übrigens hier über den Newsroom und den Blogwerk Besuch (hab ich verpasst) gebloggt: http://roli.me/news-news-newsroom/

    und Jean-Claude hier http://www.komet.ch/?p=2873

    Dankeschön

  8. Pingback: Danke Wordpress | Netwoman's Blog

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